Diese Tour von Spandau in den Wedding durch drei Berliner Parks führt dich von einer Berliner grünen Oase zur nächsten – und jedes Mal kannst du eine Pause einlegen und wieder einen Berliner Park entdecken. Da sind so bekannte Namen dabei wie die Jungfernheide in Tegel oder der Volkspark Rehberge im Wedding, aber auch kleine Idyllen wie der Schillerpark oder der Schäfersee in Reinickendorf. Also am besten eine Decke einpacken und Picknick mitnehmen, so kannst du getrost einen ganzen Tag im Grünen verbringen. Unsere Tour endet dann an der Bornholmer Straße.

Diese Tour führt dich von Tegel über Reinickendorf bis in den Wedding, das sind schon einige Kilometer und du solltest dir deshalb einen Tag einplanen. Nur so kannst du in den verschiedenen Parklandschaften eine Pause einlegen.

Wir starten mit dieser Tour an der U-Bahnstation Siemensdamm (U7). Dort nehmen wir den Ausgang Jungfernheideweg und folgen der gleichnamigen Straße Richtung Norden. Das Strandbad Jungfernheide ist schon ausgeschildert, du musst also nur den Wegweisern folgen. Nach einigen 100 Metern unterqueren wir die (noch) stillgelegte alte Siemensbahn, das Viadukt sieht ein bisschen so aus, als wäre es in den Dornröschenschaf gefallen. Bald soll es wachgeküsst und die Strecke von der Deutschen Bahn reaktiviert werden.

Am Ende des Jungfernheidewegs erreichen wir den Heckerdamm, überqueren ihn und schon sind wir im Volkspark Jungfernheide angekommen. Die Gartenanlage hat einen künstlich angelegten See in ihrer Mitte, dort ist heute das Strandbad Jungfernheide angesiedelt, wir laufen nun fast direkt darauf zu.

Der Park wurde in den 1920er Jahren angelegt. Die Jungfernheide gab es schon vorher als ausgedehntes Waldgebiet, bis um 1800 war es kurfürstliches und königliches Jagdrevier. Seinem Namen hat die Jungfernheide nach den „Jungfern“ des Nonnenklosters in Spandau, das Gebiet gehörte im Mittelalter zu diesem Kloster.

An der Ostseite des Volksparks Jungfernheide ragt der imposante 38 Meter hohe Wasserturm aus den Bäumen hervor, um ihn herum kannst du dich auf Bierzeltgarnituren niederlassen oder nebenan im Kulturbiergarten Jungfernheide einen Kaffee trinken oder ein Bier zischen. Ein Rundweg führt dich um den Park herum, die künstliche Insel kannst du über zwei kleine Brücken erreichen.

Wir folgen den Wegen im Park weiter Richtung Osten, laufen ein klein wenig nördlich, denn hier gibt es eine Unterführung: Wir verlassen den Volkspark Jungfernheide und unterqueren die Autobahn 111, anschließend überqueren wir den Saatwinkler Damm, die Brücke führt dann auch über den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal bis wir auf der anderen Seite das Ufer des Kanals erreichen.

Wir folgen nun eine ganze Weile dem Ufer des Kanals Richtung Westen – ein Schild „Wedding“ signalisiert uns schon, dass wir nun Tegel verlassen haben. Wir folgen dem Kanal immer weiter, teils erblickst du sogar Seerosen im Wasser. Irgendwann macht der Kanal eine leichte Biegung nach rechts, auch hier folgen wir der Wasserstraße weiter an ihrem Ufer. Wir nähern uns einer Schleuse, hier geht es nicht mehr weiter, wir müssen nach links, verlassen das Ufer und stehen mitten in einer kleinen Kleingartenkolonie.

Am Ende der Gartenkolonie angekommen biegen wir links ab in den Wald hinein – ein gebogener Weg führt uns am Strandbad Plötzensee (auf der rechten Seite) vorbei bis wir auch das Ufer des Plötzensees erblicken können. Hier sind weite Teile abgesperrt und nicht zugängig, um die Natur zu schützen – an einer Stelle erhaschen wir dann aber doch einen Blick aufs Wasser. Wenn wir uns umdrehen, sehen wir schon das Schild, das uns Richtung Volkspark Rehberge schickt – dem Weg in den Wald hinein folgen wir nun zum Parkgelände.

Wieder eine der grünen Oasen in Berlin, auch der Volkspark Rehberge im Wedding wurde in den 1920er-Jahren geplant und errichtet und er gibt sich durchaus hügelig, was seinem Namen Rehberge alle Ehre macht. Weite Wiesenflächen wechseln sich mit dichtem Wald ab. Der Park grenzt an den Plötzensee, der mit seinem Strandbad gerade im Sommer ein Anziehungsunkt ist. Im Winter kannst du im Volkspark Rehberge rodeln gehen, im westlichen Parkbereich kommst du zum Wildgehege, dort kannst du keinen Rehen, dafür aber einigen Wildschweinen „Guten Tag“ sagen. Die Freilichtbühne im Park Rehberge gibt sich im Sommer als Freiluftkino.

Mitten im Volkspark Rehberge steht der Rathenaubrunnen – er erinnert an Vater und Sohn Rathenau, Gründer der AEG-Werke in Berlin und den preußischen Außenminister. Gespottet haben die Berliner – wie es ihre Art ist – über den Brunnen schon immer und ihn zum Beispiel als „Steuerschraube“ beschimpft. In der Nazi-Zeit wurde er eingeschmolzen und zur 750 Jahrfeier Berlins wieder neu errichtet.

Wir durchqueren den Volkspark Rehberge und verlassen ihn auf der anderen Seite Richtung Afrikanische Straße. Wir überqueren die Straße und folgen dem Verlauf der Transvaalstraße Richtung Nord-Osten. Nun holt uns wieder das urbane Berlin ein – große Häuser und viel Verkehr bestimmen hier das Bild. Bald eröffnet sich aber schon rechts und links der Schillerpark, wir gehen rechts in den Park hinein und halten uns Richtung Nord-Osten.

Diesen Park kennen viele wahrscheinlich wegen seiner vermeintlichen Burg oder Festungsanlage, ein beliebtes Fotomotiv. Der Schillerpark ist aber in erster Linie eine ausgedehnte Wiesen- und Waldfläche, die zum erholen einlädt. In den 1910er Jahren wurde die Parkanlage errichtet und später in den 50er Jahren nochmal erweitert. Es lassen sich tolle Blickwinkel erhaschen und die große Wiese lädt zum Sonnenbaden ein.

Mitten im Park steht die „Festung“, eigentlich eine große Terrassenanlage, die aus drei Etagen besteht. Einige Treppen nach oben gelangst du in den Rosengarten, auf der zweiten Ebene ist der Namenspatron des Parks zu finden, hier steht das Schiller-Denkmal. Auf der obersten Ebene stehen mehrere Kastanienbäume.

Wir verlassen den Park im Nord-Osten in Richtung Aroser Allee. Ihr folgen wir nach rechts und gleich wieder nach links, durch den Vierwaldstätter Weg laufen wir schräg auf den Schäfersee zu. Der Ursprung des Sees geht auf die Eiszeit zurück. Den Namen hat er von einer Schäferei, die hier am See mal angesiedelt wurde, damit die Schafe im See gewaschen werden konnten, bevor sie geschoren wurden. Du kannst den Schäfersee bequem in einem kleinen Spaziergang umrunden und dabei im Cafe am See einkehren. Gegenüber am anderen Ufer kannst du einige Bäume des Jahres entdecken. 

Wir umrunden den See nun fast komplett und verlassen das Gewässer auf der Ostseite Richtung U-Bahnstation Franz-Neumann-Platz. Hier wird es wieder laut und urban, du kannst schon von hier die U-Bahn nehmen und diese Tour verlassen. Wenn dich die Straßen nach so viel Natur nicht abschrecken, dann geht es weiter und wir biegen gegenüber in die Residenzstraße ein, um wenige hundert Meter weiter links in den Ritterlandweg einzubiegen – aus ihm wird etwas später die Soldiner Straße. So langsam nähern wir uns dem Ziel unserer Tour – wer noch auf einen Zwischenstopp mit einem Bier Lust hat, dem empfehle ich das Soldiner Eck. Tagsüber älter, abends jünger hat sich das Soldiner Eck zu einer echten Location auch für junge Leute im Soldiner Kiez entwickelt.

Ansonsten folgen wir der Soldiner Straße bis es etwas unterhalb zu einem Grünstreifen geht. Ihm folgen wir nach rechts und wir erreichen die Bösebrücke, das Ziel unserer Tour an der Grenze vom Wedding zum Prenzlauer Berg. Hier öffnete sich am 9. November 1989 der erste Schlagbaum am Grenzübergang Bornholmer Straße. Eine kleine Bilder-Ausstellung erinnert seit geraumer Zeit open air an die emotionalen Stunden von damals. Die S-Bahnstation Bornholmer Straße befindet sich direkt auf der Brücke, von dort geht es mit der S-Bahn wieder zurück ins Zentrum Berlins.

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