Es hat zwei Weltkriege überlebt und beeindruckt noch heute durch seine gewaltigen Ausmaße: Das Kriminalgericht Moabit ist im Jahr 1906 als “Königliches Criminalgericht” eingeweiht worden und beherbergt heute Amtsgericht und Landgericht mit vielen bundesweit bekannten Strafsachen und Mordfällen. Vom „Kaufhauspresser“ Arno Funke alias Dagobert bis zum berühmten Boxer Gustav „Bubi“ Scholz, der seine Ehefrau durch die geschlossene Toilettentür erschoss. Du kannst das Gericht zu seinen Öffnungszeiten besuchen, du musst allerdings durch die Sicherheitsschleuse (Person mitnehmen).


In die imposante Eingangshalle mit der geschwungenen Treppenanlage würde theoretisch das komplette Brandenburger Tor Platz finden. Sie hat eine Höhe von 29 Metern und überspannt eine Fläche von 40 mal 27 Metern. 3 Figurengruppen thronen in der Haupthalle und erinnern an die Aufgaben des Gerichts – sie symbolisieren Streitsucht, Friedfertigkeit (hereinkommend links oben), Lüge und Wahrheit (hereinkommend rechts oben) und Religion und Gerechtigkeit in der Mitte.



Das Kriminalgericht war zu seiner Zeit ein Vorreiterbau in Europa und besonders modern: der erste Stahlbetonbau und zugleich das elektrisch beleuchtete Gebäude in Berlin. Der Strom kam aus einem eigenen Kraftwerk. Der eigene Wasserturm versorgte das Haus mit dem nötigen Wasserdruck. Dazu kommen unzählige Gänge, um die Angeklagten von dem Untersuchungsgefängnis nebenan ohne mögliche Kontaktaufnahme nichtöffentlich in die Gerichtssälen zu führen.
Turmstraße 91, 10559 Berlin – Moabit
Auf dieser Website findest du weitere Infos zum Gebäude des Kriminalgerichts Moabit.



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