Die Oma gründete einst eine Likörfabrik, das war im Jahr 1877 – seitdem hat sich das Leydicke in Schöneberg nicht nur zu einer namhaften Destillerie gemausert sondern auch zu einer Location, die wahrscheinlich in fast jedem Reiseführer steht. Seit März 2026 heißt sogar der frühere Crellemarkt nach der Großmutter Lucie-Leydicke-Platz. Denn durch ihre Arbeit wurde das Leydicke weit über Schöneberg hinaus bekannt, sowohl als Kiez-Treffpunkt als auch als sozialer Raum. Damit hat sich Lucie Leydicke in Schöneberg einen Namen gemacht.

Die Likörfabrik wurde im Jahr 1877 gründet, kurz danach eröffnete die Weinprobierstube in der Schöneberger Mansteinstraße 4 . Vieles erinnert an die damalige Zeit: Die holzvertäfelte Einrichtung, die alte Ladentheke mit einer wunderbaren Kasse aus alter Zeit, die verstaubten Likörflaschen im Regal. Ich war an einem Montagabend im Leydicke zu Gast und wir waren ziemlich allein.
Heute können die Gäste neben einem Bier der Berliner Brauereimarke Engelhardt noch Fruchtweine und Liköre nach den alten Rezepten von Emil und Max Leydicke genießen. Der Wirt ist der Enkel von Lucie Leydicke und hat zu vielen Themen einen Spruch parat – natürlich auch zur politischen Lage. Die ist kompliziert, wie wohl auch die Zukunft des Leydickes. Ich drücke fest die Daumen, dass noch viele Konzerte und Partys mit Swing-, Blues-, Jazz- oder Rock’ n’ Roll-Bands stattfinden können, ohne diese ist das Leydicke ziemlich trostlos.
E. & M. Leydicke, Mansteinstraße 4, 10783 Berlin – Schöneberg
Öffnungszeiten: täglich 19:00 – 1:00 Uhr




