Wer hätte das gedacht: Seit geraumer Zeit hat Berlin wieder einen eigenen Weinberg – und dort wächst der Berliner Riesling. Auf 2500 ha Fläche gedeiht er am Rande des Volksparks Prenzlauer Berg. Früher waren die sandigen Hügel um Berlin für den Weinanbau bestens geeignet, bekannt für seine Reben war zum Beispiel nach dem Krieg auch der Teufelsberg im Westen der Stadt. Ein Verein hat es sich nun zur Aufgabe gemacht die über 500 Jahre alte Tradition des Berliner Weinanbaus wieder aufzunehmen – es gibt regelmäßig Führungen über den Weinberg und natürlich auch die traditionelle Weinlese, zumeist Ende Oktober.

So richtig „offiziell“ war der Weinanbau in Berlin aber nicht und der Riesling war gewissermaßen nur geduldet. Im Januar 2016 trat dann eine Änderung des Weinrechts in Kraft und eine Duldung war ab sofort nicht mehr möglich. Die tapferen Hessen halfen aber den Berlinern und trat Rebpflanzrechte an die Berliner ab -allerdings hat die schöne Geschichte einen Haken:

Da Hessen nur Rebrechte in der untersten Weinkategorie abgegeben konnte, muss sich das auch auf dem Etikett widerspiegeln. Das heißt: Herkunftsangaben und der Name Riesling als geschützte Traubensorte dürfen nicht mehr erscheinen. Bestenfalls die Bezeichnung „Deutscher Wein“ ist erlaubt. So erklärt es der Berliner Verein auf seiner Website – viele weitere interessante Infos und auch die nächsten Termine, an denen du den Weinberg besuchen kannst, finden sich dort:
http://berliner-riesling.de/

Den Weinberg betreten kannst du nur bei den auf der Website genannten Führungen. Wenn du den Reben mit einem Blick durch den Zaun einen Besuch abstatten möchtest, dann folge ab der S-Bahn Landsberger Allee der Straße zum Syringenplatz, dort, wo die Straße Am Weingarten auf die Sigridstraße trifft, beginnt ein Fußweg, 100 Meter reinlaufen, rechts siehst du bald den Weinberg mit seinen 500 Rebpflanzen (Am Weingarten 16).

Kategorien: AllgemeinNatur

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