Mit dieser Tour entführe ich dich ganz in den Norden Berlins – mitten in den Wald: Wir wandern auf den Spuren der Berliner Mauer, können am Hubertussee auftanken und lernen ganz nebenbei noch das schöne Frohnau kennen. Die Tour Auf dem Mauerweg um Frohnau bietet dir also eine gelungene Mischung aus Erholung im Grünen und kleinstädtischem Charme ergänzt durch eine ordentliche Portion deutsche Geschichte.

Für diese Tour solltest du in etwa einen halben Tag einplanen, in der längsten Variante bist du 10 Kilometer unterwegs, du kannst aber auch etwas abkürzen.

Unser Spaziergang startet am „Pilz“ in Frohnau – keine Angst, du musst nicht den Boden absuchen, er ist groß genug und nicht zu übersehen. Die Anreise machst du am besten mit der S1 bis Frohnau, von dort fährt der Bus 125 Richtung Invalidensiedlung und bringt dich direkt zum Pilz.

Am Pilz angekommen überqueren wir die Oranienburger Chaussee und laufen in die Rauentaler Straße gegenüber. Ihr folgen wir bis zum Ende – nach etwa 500 Metern gelangst du direkt in den Wald und nach weiteren 500 Metern bist du schon am Berliner Mauerweg. Du folgst dem Weg nach Nordosten (rechts) und gelangst zum gepflasterten Jägersteig. Hier lohnt sich schon ein erster Abstecher nach links, nach einem kurzen Weg gelangst du zu einem 117 Meter hohen Sendemasten der Deutschen Post. Du stehst auf historischem Boden, denn hier stand bis 2009 ein noch viel beeindruckenderer 358 Meter hoher Sendemast – über ihn wurden täglich mehr als 11.000 Telefongespräche zwischen Berlin West und der damaligen Bundesrepublik abgewickelt. Leider gibt es ihn heute nicht mehr, eine Initiative erinnert an das besondere Bauwerk und seine Geschichte.

Zurück an der Waldkreuzung folgst du nun dem Mauerweg nach Südosten, du merkst bald den sandigen Berliner Boden, du läufst auf einer großen Sanddüne mitten durch den Wald. Es lohnt sich der Abstecher rechts über die Düne, eine breite Sandlandschaft liegt vor dir, als wärest du gerade auf Strandurlaub. Hier beginnt die Bieselheide, dort stand früher der Grenzzaun und du blickst bereits auf das Land Brandenburg.

Wenn du der Sanddüne folgst (parallel zu dem Weg, von dem du abgebogen bist), näherst du dich dem Bieselfließ und aus dem Sand werden saftige grüne Wiesen. Das Bieselfließ wurde beim Bau der Berliner Mauer künstlich verlegt, um den Grenzzaun auf trockenes Land stellen zu können. Anfang der 90er Jahre haben der damalige Revierförster Klaus Hamer und seine Mitarbeiter das Fließ wieder in das natürliche Flussbett zurück verlegt.

Wir verlassen das Fließ und biegen nach links ab, dort zwischen den Bäumen entdecken wir schon den Hubertussee. Er wurde vor gut 100 Jahren als Sammelbecken für Regenwasser angelegt, denn Graf Henckel Fürst von Donnersmarck hatte die wilde Idee, dieses Gebiet hier im Wald zu besiedeln. Deshalb entdeckst du auch plötzlich feste gepflasterte Straßen, sie wurden bis 1910 angelegt und sind noch heute zu sehen, wenn nicht das Laub des Waldes das Kopfsteinpflaster bedeckt. Gott sei Dank ist es so weit nicht gekommen, der Hubertussee ist heute eine Idylle im Wald und auch das zweite Bauprojekt, die Berliner Mauer, ist mittlerweile Geschichte.

Wir umrunden nun den Hubertussee an seiner östlichen Seite. Kurz danach verlassen wir den Berliner Mauerweg und es geht geradeaus über eine Lindenallee in westliche Richtung.

Nach einigen hundert Metern erblicken wir rechts von uns wieder eine bewaldete Sanddüne, es lohnt sich, die Düne hinaufzuklettern. Oben blicken wir auf den früheren Grenzstreifen und stehen fast direkt vor einem früheren Wachturm der DDR-Grenzer. Wir befinden uns mitten im ehemaligen Grenzstreifen, der Wachturm ist heute ein Naturschutzturm der Waldjugend. Entlang des Grenzstreifens wurden hier über 80.000 Bäumen gepflanzt. Ein Besuch des heutigen Naturschutzturms lohnt sich übrigens sehr.

Wir laufen zurück zur Düne und folgen dem Weg weiter Richtung Westen bis wir vorsichtig die Oranienburger Chaussee überqueren müssen, die recht stark befahren ist. Wir biegen in den Staehleweg ein und folgen dem Weg bis zur Bahntrasse der S-Bahn, die wir unterqueren. Schon eröffnet sich der Blick auf die Hubertus-Klause – schau auf die Öffnungszeiten, dann kannst du hier eine Pause einplanen. Du bist nun in der Invalidensiedlung, diese Siedung wurde 1938 für Invaliden des Ersten Weltkrieges errichtet.

Von der Hubertus-Klause aus kannst du mit dem Bus 125 wieder zurück zum S-Bahnhof Frohnau fahren und die Tour ein wenig abkürzen. Wenn du noch weiter „Strecke machen“ möchtest, läufst du einfach am Bahndamm entlang durch den Wald, später wird das Gelände offener und bald erreichst du die ersten Häuser von Frohnau. Am besten folgst du der Gollanczstraße bis du rechts in die Wiltinger Straße einbiegen kannst. Viele kleine Wohnhäuser und Villen flankieren die Straße rechts und links. Bald erreichst du den Zeltinger Platz und bist zurück an der S-Bahn Frohnau. Hier lohnt es sich, vorher noch ein wenig den Ort zu erkunden, einen Kaffee zu trinken oder bei Vom Einfachen das Gute einzukehren, das ist meine Empfehlung für eine kurze stärkende Pause.